Beraten, vernetzen, dranbleiben

Praxisforschung findet nicht allein auf dem Acker oder im Büro statt – sondern auch unterwegs. Sie braucht Menschen, die vermitteln, koordinieren und Prozesse zusammenhalten. Im bundesweiten NutriNet übernimmt die Beratung genau diese Aufgabe.

Was ist deine Rolle im Projekt?

Das NutriNet ist in sechs Regionetzwerken organisiert, mit je zehn Betrieben und je einer Regioberaterin bzw. einem Regioberater. In meiner Arbeit als Beratungskoordinatorin bin ich die Schnittstelle zwischen der Regioberatung und Praxis einerseits und der wissenschaftlichen Begleitung andererseits. Als Bindeglied habe ich einen Blick auf die Arbeit in allen Netzwerken und sorge für den Austausch untereinander. Weiterhin achte ich darauf, dass die Arbeitsabläufe möglichst reibungslos sind.

Wieso sind die Berater*innen für die Praxisforschung im NutriNet so wichtig?

In der landwirtschaftlichen Praxis ist der Arbeitsalltag dicht getaktet. Fachliche Weiterbildung und die Auseinandersetzung mit Verbesserungspotenzialen bleiben dabei oft auf der Strecke – obwohl sie für die langfristige Betriebsentwicklung so wichtig sind.

Die Berater*innen kennen die Betriebe und ihre Herausforderungen – und verstehen wissenschaftliche Arbeitsweisen. Sie helfen, Lösungsansätze gezielt auszuwählen und praxistauglich umzusetzen. Gleichzeitig geben sie Impulse an die Forschung zurück.

Also vermittelt die Beratung zwischen den Beteiligten?

Ja, genau! Geht es konkret um die Anlage neuer Feldversuche, übernimmt die Beratung sogar eine zentrale Vermittlungsfunktion und koordiniert wichtige Abläufe.

Durch die enge Rückkopplung mit den Betrieben sorgt sie dafür, dass Versuche unter realen Bedingungen umsetzbar sind – ohne die statistische Absicherung zu vernachlässigen. Gleichzeitig hilft sie, mögliche Interessenskonflikte frühzeitig zu erkennen und zu moderieren.

Praxisforschung funktioniert nur, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen – von der Planung bis zur Auswertung. Dafür sind die Berater*innen sehr wichtig.

Was sind die größten Herausforderungen für die Berater*innen?

Neben fundiertem pflanzenbaulichem Wissen sind vor allem persönliche Kompetenzen gefragt: Kommunikationsstärke, Organisationstalent, Vernetzungsfreude – und eine gewisse freundliche Hartnäckigkeit.

Versuche müssen geplant, begleitet und konsequent umgesetzt werden. Schwierigkeiten anzusprechen und Prozesse stabil zu halten, ist dabei ebenso wichtig wie fachliche Expertise.
Gerade diese Mischung aus Fachlichkeit und Soft Skills entscheidet häufig über den Erfolg!

Worin liegt aus deiner Sicht der Mehrwert der Praxisforschung – auch über das NutriNet hinaus?

Praxisforschung ermöglicht Betrieben, konkrete Fragestellungen betriebsindividuell zu bearbeiten. Somit profitieren diese Betriebe unmittelbar. Gleichzeitig entsteht aber auch Wissen, das wir über Feldtage, Field Schools, schulische Bildungstage, Beratungsfortbildungen, wissenschaftliche Tagungen oder in unseren Veröffentlichungen weitergeben.

So gelangen wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Praxis – vorausgesetzt, Praxisforschung wird konsequent mit geeigneten Formaten für den Wissenstransfer verknüpft.

Letztes Update dieser Seite: 23.03.2026