Kleegrasumbruch mit verschiedenen Geräten

Zwei NutriNet-Feldtage im März widmeten sich dem Umbruch von Kleegras. Es wurden neun verschiedene Geräte vorgestellt und getestet, beispielsweise Schälpflug, Kreiselegge, Grubber oder Fräse unterschiedlicher Hersteller. Nach theoretischen Inputs konnten die Teilnehmenden die Maschinen im Einsatz sehen und Arbeitsergebnisse vergleichen. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LWK NRW), die Projekte NutriNet und KleeLuzPlus sowie die Wasserrahmenrichtlinien-Beratung (WRRL NRW) organisierten die Feldtage.

Kleegras kann große Mengen Stickstoff für die nachfolgende Kultur bereitstellen. Sebastian Glockwacki, Landwirtschaftskammer NRW, präsentierte Ergebnisse von Versuchen in Nordrhein-Westfalen, wonach der Stickstoffertrag von Luzerne-Gras und Luzernereinsaat im trockenen Jahr 2020 zwischen 206 und 404 kg/ha lag. Im feuchteren Jahr 2021 war der Durchschnittsertrag höher und schwankte zwischen 354 und 577 kg/ha. „Je nach Berechnungsmethode können Mengen von über 200 kg N/ha nach der Ernte im Boden verbleiben, möglicherweise sogar mehr. Es gilt, diese über die Fruchtfolge zu erhalten, um Auswaschungen zu vermeiden“, so Glockwacki.

Wärmere und niederschlagsreichere Winter verschärfen die Problematik von Stickstoffverlusten. Pascal Gerbaulet, WRRL-Berater bei der Landwirtschaftskammer NRW, stellte Vor- und Nachteile verschiedener Umbruchtermine und Fruchtfolgen vor. Am Standort Haus Bollheim, Veranstaltungsort des ersten Feldtages, wurden die Stickstoffverluste erfasst. Dort wird nun nicht mehr Winterweizen nach zweijährigem Luzernegras angebaut, sondern eine weitere Fruchtfolge gefahren, die einen Frühjahrsumbruch ermöglicht. „Auf das Luzernekleegras folgt stark zehrendes Gemüse, dann Winterweizen, anschließend schwach zehrendes Gemüse, Winterweizen oder Dinkel und abschließend Roggen“, erläuterte Gerbaulet.

Alexander Czech vom Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW berichtete, dass ein flaches und vollständiges Abschneiden nur mit einem horizontalen Schnitt gelinge. „Beim Umbruch von Kleegras ist eine Rückverfestigung nicht erwünscht, weshalb Nachlaufwalzen eher ungeeignet sind. Striegel hingegen eignen sich sehr gut, um das abgeschnittene Material zu verschleppen, zu enterden und oberflächig locker abzulegen. So werden optimale Bedingungen geschaffen, damit die Organik gut vertrocknen kann“, so Czech. Er betonte, dass „Maschinen immer nur so gut arbeiten, wie die Person, die sie bedient", und empfahl, genügend Zeit für die Einstellung einzuplanen.

Bei der Maschinenvorführung konnten sich die Teilnehmenden ein Bild der verschiedenen Geräte machen. Im Einsatz waren der Schälpflug OVLAC-MINI (Einböck), die Spatenmaschine Eco-Mix (Imants), eine Moreni-Kreiselegge mit Samurai-Zinken (Profiagrartechnik e.K.), eine Bodenfräse (Celli, IT), der Grubber ActiCut (4Disc), der Rotorgrubber Kvickfinn (Lyckegård), der Grubber Hurricane (Einböck), der Grubber Terrano (Horsch) mit TerraCut-Scharen und der TGA Flachgubber (Treffler).

Eine Zusammenstellung der Arbeitsergebnisse der Maschinenvorführungfinden Sie hier.

Text: Charlotte Junker (LWK NRW)

Kontakt Regioberater

Daniel Gärttling

Daniel Gärttling
Tel.+49 2506 309-631
daniel.gaerttling(at)lwk.nrw.de

Letztes Update dieser Seite: 19.06.2024