Letztes Update dieser Seite:  4. August 2020

Calcium (Ca)

Calcium im Boden

Die Calciumvorkommen im Boden sind hauptsächlich mineralischen Ursprungs. Neben den direkten positiven Wirkungen des Nährstoffs auf die Pflanze, beeinflusst Calcium wesentliche chemische und physikalische Eigenschaften des Bodens. Als sogenanntes Bindekation ist es beispielsweise an der Bildung von Ton-Humus-Komplexen beteiligt.

Im Boden fördert Calcium die Bildung einer guten Bodenstruktur, erhöht den pH-Wert und puffert Säuren. Neben Magnesium und Kalium bestimmt dadurch Calcium maßgeblich den pH-Wert des Bodens.

Der pH-Wert von Böden unterliegt einer natürlichen Versauerung. Diese ist zurückzuführen auf sickerwasserbedingte Calciumauswaschung sowie auf die Ausscheidung von Wurzelsäuren durch lebende Pflanzenwurzeln. Um dieser natürlichen Versauerung entgegenzuwirken, sind regelmäßige Kalkgaben mit entsprechend hohem Anteil an calciumhaltigen Mineralien sinnvoll. So kann sowohl ein gewünschter pH-Wert aufrechterhalten werden als auch eine gute Bodenstruktur.

Calcium in der Pflanze

Calcium ist essentiell für die Bildung einiger wichtiger Stoffe in der Pflanze wie Phytin und Pektin. Calcium ist in den Pflanzen selbst wenig mobil und lagert sich hauptsächlich an der Mittellamelle und an den Innenseiten der Zellwände ab. Dadurch trägt Calcium zur Stabilisierung des Pflanzengefüges und der Zellteile bei. Weiterhin hat Calcium eine Botenstofffunktion. Äußere Einflüsse (z.B. Wind, Trockenheit, Pathogene etc.) führen zu einer vermehrten Freisetzung von Calcium in der Pflanze, was eine Reaktion der Pflanze auf die Umwelteinflüsse einleitet (z.B. Trockenheit löst Schließung der Spaltöffnungen aus).

Eine gute Versorgung der Pflanze mit Calcium trägt zu verbesserter Kälte- und Stresstoleranz, sowie zu einer besseren Wurzelverteilung bei.

Text: August Bruckner
Durchsicht: Ralf Mack

Ansprechpartner

Alexander Watzka
Beratungskoordinator

Tel. +49 1511 7127746
alexander.watzka(at)bioland.de

Linktipps

  • Nährstoffungleichgewichte im Boden können zu Mangelsymptomen an der Pflanze führen. Das von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) entwickelte bildgestützte System Visuplant kann helfen, Ernährungsstörungen an Kulturpflanzen zu diagnostizieren.

Literaturtipps

  • Scheffer/Schachtschabel (2018): Lehrbuch der Bodenkunde. Unter Mitarbeit von Thomas Gaiser, Jürgen Gauer, Nina Stoppe, Sören Thiele-Bruhn und Gerhard Welp. 17., überarbeitete und ergänzte Auflage. Berlin: Springer Spektrum.

  • S. Schubert (2018): Pflanzenernährung. 3., vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Verlag Eugen Ulmer (UTB Agrarwissenschaften, 2802).