Stickstoffeffizienz beim Kleegrasumbruch

Im Rahmen eines NutriNet-Webinars im April 2026 diskutierten August Bruckner, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, und Berater Gustav Alvermann Strategien zur Verbesserung der Stickstoffeffizienz beim Kleegrasumbruch. Im Fokus standen sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse aus Praxisversuchen als auch langjährige Erfahrungswerte. 70 Personen nahmen an der Online-Veranstaltung teil.

Bedeutung eines Kleegrasbestandes

Ein gut entwickelter Kleegrasbestand ist die Grundlage für die Stickstoffbereitstellung in der Fruchtfolge und das „Substrat für den Boden“. Wichtige Aspekte für stabile Bestände sind:

  • eine ausreichende Versorgung mit Kalk und Schwefel
  • eine sorgfältige Etablierung, idealerweise als Untersaat: Aussaat entweder gemeinsam mit der Deckfrucht oder danach
  • der Einsatz geeigneter Saattechnik (Drillsaat statt breitwürfiger Ausbringung)

Kleegrasumbruch – Einfluss des Standortes

Bodenart, Temperaturverlauf und Niederschläge beeinflussen maßgeblich die Stickstoffmineralisierung nach dem Umbruch. So zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Bodentypen: Auf tonigen, kalten Böden ist die Mineralisierung im Herbst stark eingeschränkt. Sandige, leichte Böden können hingegen auch über den Winter hinweg Stickstoff freisetzen.

Der richtige Zeitpunkt

Die Wahl des passenden Umbruchzeitpunkts spielt eine entscheidende Rolle für die Minimierung von Stickstoffverlusten. Ein möglichst später Umbruch reduziert Stickstoffverluste, insbesondere auf leichten Böden. Je sandiger der Standort, desto später sollte der Umbruch erfolgen.  Auf schweren Böden ist ein früherer Umbruch notwendig. Besonders effizient kann ein Umbruch im Frühjahr sein, sofern die Standortbedingungen dies zulassen. Nach dem Umbruch sollte man Sommerungen folgen lassen, um den Stickstoff optimal zu nutzen.

Bodenbearbeitung

Bei der Bodenbearbeitung kommt es vor allem auf die richtige Durchführung an:

  • Die Bearbeitungstiefe sollte an den Standort angepasst erfolgen: Flacher auf schweren Böden, tiefer auf leichten Böden (Ton max. 15 cm, Sand max. 20 cm)
  • Wichtig ist: Nur bei geeigneter Bodenfeuchte umbrechen
  • Berücksichtigung einer Vorrottephase zwischen Umbruch und Aussaat zur Förderung der Bodengare

In der Praxis wird der Einsatz von Pflug oder Schälgeräten gegenüber Grubbern häufig bevorzugt, teilweise auch in mehreren Arbeitsgängen.

Nachfolgekulturen für eine effiziente N-Nutzung

Gustav Alvermann betonte, dass sich nach seiner Erfahrung insbesondere Sommerungen und speziell Blattfrüchte nach dem Umbruch sehr gut entwickeln und diese den Stickstoff besonders effizient nutzen können.

Diskussion zu Zwischenfrüchten und Düngung

Der Einsatz von Zwischenfrüchten nach Kleegras wurde im Seminar differenziert bewertet. Auf leichten Böden können sie zur Stickstoffkonservierung beitragen. Auf schweren Böden hingegen ist ihr Nutzen aufgrund geringer Herbstmineralisierung begrenzt. Insgesamt wurde der Zwischenfruchtanbau nach Kleegras in der Praxis oft als zu aufwendig und kostenintensiv eingeschätzt.

Hinsichtlich der Düngung wurde empfohlen, organische Dünger wie Kompost oder Wirtschaftsdünger bereits zum Kleegras zu geben und nicht erst nach dem Umbruch.

Text: Katharina Winter

Ansprechpartnerin

Regina Steinhöfer.

Regina Steinhöfer
Beratungskoordinatorin

Tel. +49 821 34680270
regina.steinhoefer(at)bioland.de

Letztes Update dieser Seite: 24.04.2026