Anbau von Feinleguminosen: Artenwahl

Futterleguminosen sind ein wichtiger Bestandteil der Ökofruchtfolge. In der Praxis werden vor allem Luzerne, Rotklee und Weißklee eingesetzt, doch es gibt weitere stickstoffsammelnde Arten wie Inkarnatklee, Serradella oder Alexandrinenklee, die für den Anbau geeignet sind. Mit trockenen Bedingungen kommen Weißer und Gelber Steinklee, Gewöhnlicher Hornklee, Esparsette, Bockshornklee, Erdklee und Gelbklee gut klar.

Folgende Bildershow gibt einen Einblick in die Eigenschaften verschiedener Futterleguminosen, mögliche Nutzungsarten und passende Standortbedingungen.

Rotklee ist die in Deutschland am häufigsten angebaute Futterleguminose. Er ist unter guten Bedingungen sehr ertragreich, benötigt ausreichend Niederschlag während der Vegetationszeit und ist damit nicht für Trockengebiete geeignet. Foto: Amanda Birkmann, HNEE

Luzerne gehört in Deutschland zu den bedeutendsten und leistungsstärksten Futterleguminosenarten. Durch ihre tief reichenden Wurzeln ist sie dürretolerant und oft das einzige „Grün“ in trockenen Perioden. Foto: Charlotte Kling, HNEE

Weißklee ist in Deutschland auch als Weideleguminose und im Feldfutterbau verbreitet. Er bildet viele flache Seitenwurzeln und kann Bestandslücken schnell schließen. Niedrig wachsende Sorten werden gerne als Untersaat etabliert. Foto: Charlotte Kling, HNEE

Serradella ist eine einjährige Futterleguminose, die als „Klee des Sandes“ auch auf sandigen Böden mit geringem pH-Wert gute Erträge bringt. Sie wird aufgrund ihrer geringen Wuchsleistung meist als Zwischenfrucht eingesetzt, kann aber auch verfüttert werden. Foto: Amanda Birkmann, HNEE

Inkarnatklee ist eine einschnittige Futterleguminose und wird als eiweißreicher Gemengepartner für Zottelwicke und Welsches Weidelgras in der Futter- und Winterzwischenfruchtmischung Landsberger Gemenge verwendet. Foto: Amanda Birkmann, HNEE

Perserklee ist eine einjährige proteinreiche Futterleguminose mit gutem Nachwuchsvermögen und wird daher gerne als Sommerfeldfutter oder Zwischenfrucht genutzt. Bei ausreichend Wärme und Wasser ist er bereits nach 90 bis 100 Tagen nutzungsreif. Er eignet sich auch gut als Bienenweide. Foto: Amanda Birkmann, HNEE

Alexandrinerklee ist eine einjährige, schnellwüchsige Futterleguminose mit hohem Bedarf an Wärme und Wasser. Sie wird meist als Zwischenfrucht eingesetzt, mehrschnittige Sorten sind aber auch in Kleegrasmischungen zu finden. Foto: Hubert Kivelitz

Schwedenklee ist eine mehrjährige Futterleguminose mit einer hohen Toleranz gegenüber Staunässe. Er eignet sich für feucht-kühles Klima und ist außerdem wenig anfällig für Kleekrebs. Foto: Hubert Kivelitz

Gelbklee (Hopfenklee) hat einen geringeren Feuchtigkeitsbedarf als Weiß- und Rotklee. Er ist zunächst schnellwüchsig, liegt jedoch im Ertrag zurück. Zur Futternutzung ist er daher eher ein Lückenfüller, kann aber auch als Winterzwischenfrucht oder Untersaat eingesetzt werden. Foto: Amanda Birkmann, HNEE

Bockshornklee ist eine einjährige Futterleguminose mit einem typischen süßlich-würzigen Geruch durch den Inhaltsstoff Cumarin. Er kann als Beisaat in Raps eingesetzt werden, um den Rapserdfloh abzulenken. Foto: Amanda Birkmann, HNEE

Erdklee ist eine einjährig-überwinternde Art, die sich selber aussät und dadurch auch mehrjährig genutzt werden kann. Durch die Samenreife und das Absterben der Pflanze vor dem Sommer ist diese Futterleguminose trockentolerant. Foto: Amanda Birkmann, HNEE

Esparsette gilt als Strukturverbesserer und ist besonders zur Heuwerbung oder als Grünbrache geeignet. Sie wächst am besten auf trockenen, warmen Standorten, ist empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und braucht noch höhere pH-Werte als Luzerne. Außerdem ist ihre Etablierung aufgrund der langsamen Jugendentwicklung herausfordernd. Foto: Hubert Kivelitz

Gewöhnlicher Hornklee wird aufgrund seines Wurzelnetzes und Anspruchslosigkeit zur Restaurierung degradierter Böden genutzt. Er ist trockentolerant, ausdauernd und winterhart und kommt mit geringen pH-Werten klar. Foto: Charlotte Kling, HNE

Gelber Steinklee ist aufgrund des Cumaringehalts nicht als Futterpflanze, aber zur Gründünung oder als Bienenweide nutzbar. Er ist durch seine Pfahlwurzel besonders trockentolerant und als Rohbodenpionier auf kargen, kalkhaltigen Böden zu finden. Foto: Charlotte Kling, HNEE

Weißer Steinklee ist eine ebenso trockentolerante und wärmebedürftige Feinleguminose zur Gründüngung oder als Bienenweide. Er kann zur Tiefenlockerung eingesetzt werden, da seine Pfahlwurzel bis über 2 Meter reicht. Foto: Charlotte Kling, HNE

Die Saatwicke (Vicia sativa) wird meist als Sommerung zur Körnerproduktion angebaut, kann aber auch als Grünfutter genutzt werde. Sie wird auch als Sommerwicke bezeichnet, obwohl es winterharte Sorten gibt. Foto: Sina Stepczynski, TI-OL

Die Winterwicke (Vicia villosa, auch Zottelwicke) stellt geringere Ansprüche an den Boden. Winterwicken müssen rechtzeitig vor der Samenbildung geerntet werden, da reife Ausfallsamen mehr als 5 Jahre im Boden keimfähig bleiben und sich als Unkraut etablieren können. Foto: Sina Stepczynski, TI-OL

Die Pannonische Wicke (Vicia pannonica, auch Ungarische Wicke) wird ebenso wie Winterwicken als Winterung mit oder ohne Stützfrucht, als Grünfutter oder zur Gründüngung angebaut. Pannonische Wicken sind noch frost- und trockenheitstoleranter als Winterwicken. Allerdings haben sie keine hartschaligen Samen, sodass sie auch bei Samenreife kein Problem für die Fruchtfolge darstellen. Foto: Sina Stepczynski, TI-OL

Die Durchwurzelungstiefe ist bei Luzerne am höchsten. Auf tiefgründigen, drainierten Böden erreicht sie hohe Wurzeltiefen, wobei die Angaben in der Literatur von 2 – 4 m bis zu 6 –  9 m reichen. Dabei ist ein Großteil der Wurzelbiomasse (60 – 70 %) in den obersten 15 cm zu finden. Auch Weißer und Gelber Steinklee, Esparsette und Hornklee wurzeln tief auf etwa 150 – 200 cm. Eine mittlere Wurzeltiefe von 80 – 150 cm haben Rotklee, Schwedenklee, Alexandrinerklee und Serradella. Hingegen sind Weißklee, Gelbklee und Inkarnatklee als Flachwurzler bekannt (bis 80 cm). 

Neben der Artenwahl ist natürlich auch die Sortenwahl zu beachten.

Nutzung

Welche Feinleguminosen angebaut werden, wird zunächst durch die Nutzungsart bestimmt. Zur Futternutzung werden Feinleguminosen meist im Gemenge mit Gräsern und unterschiedlichen Feinleguminosenarten angebaut. Gelbklee sowie Gelber und Weißer Steinklee enthalten jedoch antinutritive Substanzen und können daher nur zur Gründüngung oder als Bienenweide eingesetzt werden.

Auch die Standdauer ist ein entscheidender Faktor bei der Artenwahl: Soll die Leguminose bzw. das Gemenge mehrjährig etabliert werden, ist ein höherer Anteil an Luzerne zu wählen. Rotklee ist aufgrund seiner nicht allzu langen Nutzungsdauer, aber hohen Ertragsleistung im ersten Nutzungsjahr häufiger in überjährigen Mischungen vorzufinden. Weißklee als Lückenfüller und Narbenschließer eignet sich in allen Nutzungsrichtungen als gute Zusatzkomponente. Serradella, Inkarnatklee und Bockshornklee sind nicht schnittfähig, Perserklee und Alexandrinerklee sind nicht winterhart. Daher können diese Arten nur einjährig genutzt werden. Gleiches gilt für Wickenarten zur Grünfutternutzung. Inbesondere bei Winterwicken sollte auf einen rechtzeitigen ersten Schnitt vor der Samenreife geachtet werden, da die hartschaligen Samen über 5 Jahre im Boden keimfähig bleiben.

Standortbedingungen

Ein dritter Aspekt, der bei der Auswahl der Arten beachtet werden sollte, sind die Standortansprüche. Denn die  Ansprüche von Futterleguminosen an Klima und Boden variieren je nach Art so stark, dass für jeden Standort unterschiedliche Empfehlungen ausgesprochen werden können und müssen. In Tabelle 1 sind verschiedene Futterleguminosen nach ihrem Niederschlagsanspruch geordnet: Je weiter oben in der Tabelle, desto höher ist die Toleranz gegenüber Trockenheit.

Tabelle 1: Standortansprüche verschiedener Futterleguminosen

ArtNiederschlags-
anspruch
Bevorzugte TemperaturBevorzugte BodenartOptimaler pH-BereichNutzungEignung zur Untersaat
Weißer Steinklee
(Melilotus albus)
400 - 500 mm
hohe Trockentoleranz
anspruchslosanspruchslos 
(S, U; L, T)
6,0 - 7,0GD, Bi (Cumarin)+
Gelber Steinklee
(Melilotus officianlis)
anspruchslosanspruchslos
(S, U; L, T)
6,0 - 7,5GD, Bi (Cumarin)+
Gewöhnlicher Hornklee
(Lotus corniculatus)
kühlanspruchslos
(S, U; L, T)
6,0 - 7,5FU (in Mischung, Tannine, GD, Bi+
Luzerne
(Medicago sativa)
550 - 550 mm
gute Trockentoleranz
warmtiefgründig
(U, L)
6,0 - 8,0Fu, GD+
Esparsette
(Onobrychis vicifolia)
mittel bis warmleicht - mittel
(S, L, U)
6,0 - 7,6Fu, GD, Bi+
Erdklee
(Trifolium subterraneum)
warmanspruchslos
(S, U; L, T)
6,0 - 7,0Fu, GD++
Bockshornklee
(Trigonella foenum-graecum)
warmtiefgründig
(U, L)
8,0 - 8,5Fu, GD, Bi, einjährig++
Gelbklee
(Medicago lupulina)
anspruchslosanspruchslos
(S, U; L, T)
> 7GD, Bi
(Bitterstoffe)
++
Pannonische Wicke
(Vicia pannonica)
mäßig warmanspruchslos
(S, U; L, T)
5,0 - 6,5Fu, GD+
Winterwicke
(Vicia villosa)
550 - 600 mm
mäßige Trockentoleranz
kühlleicht - mittel
(S, L, U)
5,0 - 6,5Fu, GD+
Sommerwicke
(Vicia sativa)
kühlmittel 
(L; U)
5,0 - 6,5Fu, GD+
Weißklee
(Trifolium repens)
anspruchslosanspruchslos
(S, U; L, T)
5,0 - 6,5Fu, GD++
Serradella
(Ornithopus sativus)
mittel bis warmleicht (S)5,5 - 7,0Fu, GD, einjährig+
Inkarnatklee
(Trifolium incarnatum)
mittel bis warmmittel 
(L, U)
6,0 - 7,6Fu, GD, Bi, einjährig-
Perserklee
(Trifolium resupinatum)
> 600 mm
keine Trockentoleranz
warmleicht - mittel
(S, L, U)
6,0 - 7,0Fu, GD, einjährig-
Alexandrinerklee
(Trifolium alexandrinum)
warmleicht - mittel 
(S, L, U)
6,0 - 7,0Fu, GD, Bi, einjährig-
Rotklee
(Trifolium pratense)
kühlnährstoffreich und durchwurzelbar 
(U; L)
6,0 - 7,5Fu, GD+
Schwedenklee
(Trifolium hybridum)
kühlanspruchslos
(S, U; L, T)
6,0 - 7,0Fu (in Mischung), GD+
Fu=Futter; GD=Gründüngung; Bi=Bienenweide;
Quelle: Çifçi, H & Açikbas, S (2023), Duke (1981), Efe et al. (2025), Frame (2005), Freyer et al. (2005), Haffani et al. (2017), Mora-Oritz & Smith (2018), Renzi et al. (2025), Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft (Hrsg.) (2006), Shaeffer & Seguin (2023)

In Bezug auf die Bodenart wachsen Serradella, Steinklee und Hornklee auf sandigen Böden, während Schwedenklee, Esparsette, Gelbklee und Rotklee lehmige bis tonige Böden bevorzugen. Auf sandigem Lehm erreichen Luzerne, Weißklee und Inkarnatklee ihr Optimum. Saatwicken bevorzugen lehmigere Böden als Winterwicken und Pannonische Wicken. 

Am empfindlichsten gegenüber niedrigem Boden-pH sind Luzerne und Esparsette, aber auch Gelbklee, Bockshornklee, Alexandrinerklee und Steinklee brauchen eher basische Bedingungen. Relativ säuretolerant sind hingegen Serradella, Gewöhnlicher Hornklee, Erdklee und Weißklee. 

Artenwahl unter trockenen Bedingungen

Der Standortfaktor Wasser ist besonders entscheidend, wenn es um die Auswahl der Futterleguminosenarten geht. Der Transpirationskoeffizient und verschiedene Strategien zur Vermeidung oder dem Aushalten von Trockenstress bedingen die Trockentoleranz unterschiedlicher Arten.

Obwohl Luzerne als trockentolerante Pflanze gilt, hat sie einen hohen Transpirationskoeffizienten. Der Transpirationskoeffizient (in l H2O/ kg TM) ist die Menge des transpirierten Wassers (Verdunstung über Blätter) pro Einheit gebildeter Trockenmasse. Er gibt an, wie „wasseraufwendig“ das Wachstum einer Pflanze ist. Je höher der Wert, desto mehr Wasser wird benötigt, um 1 kg Trockenmasse zu bilden. Je niedriger der Wert, desto effizienter nutzt die Pflanze Wasser. So ist der Transpirationskoeffizient von Luzerne mit 840 l H2O/ kg TM höher als der von Rotklee (760 l H2O/kg TM) und Inkarnatklee (640 l H2O/ kg TM). Auf Standorten mit geringer Wasserverfügbarkeit kann der Luzerneanbau, durch die starke Beanspruchung der Bodenwasservorräte, zu einem Wassermangel für die Folgekulturen führen. Daher ist ein frühzeitiger Umbruch im Frühjahr zu empfehlen. Im Vergleich zu Futterleguminosen ist der Transpirationskoeffizient von anderen Kulturpflanzen geringer bzw. auf einem Level und nimmt in folgender Reihenfolge ab: Lein (780) > Ackerbohne (750) > Hafer, Kartoffeln (580) > Winterweizen (550) > Mais (350) > Rispenhirse (270).

Die unterschiedlichen Arten, die in Tabelle 1 nach ihrer Trockentoleranz aufgeführt sind, haben verschiedene Strategien zur Anpassung oder Vermeidung von Trockenheit.

Hohe Trockentoleranz (400 – 500 mm)

  • Weißer und Gelber Steinklee sind besonders trockentolerant, zum einen durch ihre intensive Regulierung der Blattöffnungen, durch die Verdunstung verringert wird, und zum anderen durch Dürreflucht, indem der Bestand im zweiten Jahr verfrüht abreift.
  • Gewöhnlicher Hornklee nutzt die Strategie der Dürrevermeidung durch Wurzelwachstum, verringert zudem seine Gesamtblattfläche und verdickt die Blätter. Jedoch lagert er wenig Energiereserven in die Wurzeln ein, wodurch der Ertrag zum dritten Schnitt einbricht. 

Gute Trockentoleranz (500 – 550 mm)

  • Luzerne erreicht ihre Trockentoleranz erst, wenn eine ausreichende Durchwurzelung vorhanden ist. Dies ist im ersten Hauptnutzungsjahr meist noch nicht der Fall. Als Strategie bildet sie eine teifreichende Pfahlwurzel aus, wodurch in Trockenperioden Wasser aus dem Unterboden aufgenommen werden kann. Unter Trockenstress passt sich das Wurzelsystem auch morphologisch an. In Abhängigkeit der Luzernesorte und der Dauer des Trockenstress erhöht sich die Gesamtlänge des Wurzelsystems, die Anzahl sekundärer Xylemkanäle und Wurzelspitzen nehmen zu und der Wurzeldurchmesser wird größer. 
  • Esparsette wächst am besten auf trockenen, warmen Standorten und ist empfindlich gegenüber Staunässe. Mit einem höheren Wurzelwachstum und geringerer Blattfläche sowie Regulierung der Blattöffnungen und erhöhter Wassernutzungseffizienz toleriert sie periodische Dürre, zeigt jedoch Ertragsrückgänge bei anhaltender Trockenheit. Sie ist zudem tolerant gegenüber relativ hohen Temperaturen bis 32°C. 
  • Erdklee ist eine einjährig-überwinternde Art, die sich selber aussät und dadurch auch mehrjährig genutzt werden kann. Durch die Samenreife und das Absterben der Pflanze vor dem Sommer vermeidet auch diese Futterleguminose Dürre. 
  • Bockshornklee ist zwar zum Anbau in trockenen Regionen geeignet, reagiert jedoch auf periodischen Trockenstress mit geringerem Ertrag und schnellerer Abreife. 
  • Gelbklee hat keine besonderen Standortansprüche und nimmt bei TrockenstressBlattveränderungen  vor. 

Mäßige Trockentoleranz (550 – 600 mm)

  • Unter den Wickenarten sind Pannonische Wicken am trocken- und auch frosttolerantesten. Winterwicken sind anpassungsfähiger an trockene Bedingungen als Saatwicken, wobei es in der Trockentoleranz von Saatwicken auch Sortenunterschiede gibt. Saatwicken brauchen lehmigere Böden als Winterwicken und Pannonische Wicken. 
  • Weißklee ist durch das flach verlaufende Wurzelsystem nur mäßig trockentolerant, zeigt jedoch unter Trockenstress eine höhere Wassernutzungseffizienz. 
  • Serradella bevorzugt ein feuchtes Küstenklima, hat aber durch ihre Pfahlwurzel eine gewisse Trockentoleranz. 
  • Inkarnatklee hat aufgrund seines hohen Wasserberauchs nur eine mäßige Trockentoleranz, bildet jedoch eine, wenn auch nicht tief reichende, Pfahlwurzel.

Perserklee, Alexandrinerklee, Rotklee und Schwedenklee haben hingegen hohe Ansprüche an eine adäquate Wasserversorgung und sind daher für Standorte mit trockenen Bedingungen nicht oder nur im Gemenge mit anderen Futterleguminosen zu empfehlen (Gemenge).

Artenwahl in der Fruchtfolge

Die Auswahl der Mischungspartner im Gemenge muss auch in der Fruchtfolge abgestimmt sein. Um Anbaupausen zu gewährleisten, ist ein Wechsel von Rotkleegras und Luzernekleegras (ohne Rotklee) in der Fruchtfolge zu empfehlen. Insbesondere Rotklee ist nicht selbstverträglich aufgrund von Kleekrebs und anderen pilzlichen Erkrankungen und braucht daher Anbaupausen von 5 – 7 Jahren. Zudem müssen Anbaupausen von Rotklee und Luzerne zu anderen Leguminosen (insbesondere Erbse) eingehalten werden. Auch Luzerne, Schwedenklee, Esparsette, Gelbklee und Inkarnatklee brauchen Anbaupausen von 4 – 7 Jahren, wohingegen Alexandrinerklee und Perserklee eher 3 – 4 Jahre benötigen. Seradella ist hingegen gut selbstverträglich (1 – 2 Jahre Anbaupause) und auch Weißklee kann öfters angebaut werden (1 – 3 Jahre Anbaupause). 
 

Text: Charlotte Kling und Amanda Birkmann
Durchsicht/ fachliche Prüfung: Irene Jacob und Katharina Winter 
Der Text basiert auf einer früheren Fassung von August Bruckner, Hannes Schulz und Alexander Watzka.

Linktipps

  • DemonetKleeLuzPlus: Arten

Literaturtipps

  • Birkmann, A (2022) Prüfung der Anbaueignung verschiedener Futterleguminosen und Futterleguminosen-Gras-Gemenge für den Standort Brandenburg unter dem Einfluss des Klimawandels. Masterarbeit an der HNE Eberswalde
  • Çifçi, H & Açikbaş, S (2023) Effect of drought stress on germination and seedling growth of common vetch (Vicia sativa L.) cultivars [Kuraklık stresinin yaygın fiğ (Vicia sativa L.) çeşitlerinin çimlenme ve fide gelişimine etkisi.]. Türkiye Tarımsal Araştırmalar Dergisi, 10(3), 288–299. https://doi.org/10.19159/tutad.1319496
  • Duke, JA (1981): Handbook of LEGUMES of World Economic Importance. Boston, MA: Springer US
  • Efe, B; Ünal, S; Mintaş, H; Yeler, E. E; & Nalbant, M (2025). Identification of morphological agronomic and quality characteristics of Hungarian vetch (Vicia pannonica Crantz.) mutants. . Turkish Journal of Field Crops, 30, 43-54. https://doi.org/https://doi.org/10.17557/tjfc.1579717
  • Ehlers, W (1997): Zum Transpirationskoeffizienten von Kulturpflanzen unter Feldbedingungen. In: Pflanzenbauwissenschaften 1 (3), S. 97–108.
  • Frame, J (2005) Forage Legumes For Temperate Grasslands. Boca Raton, London, New York: CRC Press, Taylor & Francis Group.
  • Freyer, B; Pietsch, G; Hrbek, R & Winter, S (2005) Futter- und Körnerleguminosen im biologischen Landbau. Leopoldsdorf: avBuch.
  • Haffani, S; Mezni, M; Ben Nasri, M; & Chaibi, W (2017) Comparative leaf water relations and anatomical responses of three vetch species (Vicia narbonensis L; V. sativa L. and V. villosa Roth.) to cope with water stress. Crop & Pasture Science, 68(7), 691-702. https://doi.org/10.1071/cp17029
  • Renzi, J. P; Verdinelli, M; Santiago, F; Bilbao, F; & Cantamutto, M A (2025) Site-specific determinants of hairy vetch (Vicia villosa Roth) seed yield. Soil and Tillage Research, 253, 106682. https://doi.org/https://doi.org/10.1016/j.still.2025.106682
  • Sheaffer, CC; Ehlke, NJ; Albrecht, KA; Jungers, Jacob M., Goplen, Jared J. (2018): Forage legumes: clovers, birdsfoot trefoil, cicer milkvetch, crownvetch and alfalfa. University of Minnesota (Station Bulletin, 608).
  • Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft (Hrsg.) (2006): Feldfutterbau und Gründüngung im Ökologischen Landbau. Information für Praxis und Beratung. Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, Dresden

Quellen

Nussbaum, H. (2007): Klee und Kleegras erfolgreich silieren. Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung und Grünlandwirtschaft LVVG, Aulendorf.

Letztes Update dieser Seite: 24.08.2026